Eine lebensverändernde Begegnung
Kennst Du Situationen in deinem Leben, wo du fremden Menschen begegnet bist und gemerkt hast, irgendwie ist da was zwischen uns, was uns verbindet? Wir können wildfremden Menschen begegnen und sofort kann eine Aura des Angenommen-Seins den Raum fluten. Es gibt allerdings auch Situationen, in denen diese Begegnungen irgendwie nicht zusammenpassen; man sagt „die Chemie stimmt nicht“. Dies geschieht meist automatisch und instinktiv ohne unseren aktiven Willen.
In Johannes 4,4 NGÜ lesen wir: „Dabei musste er (Jesus) durch Samarien reisen“. Jesus befand sich mit seinen Jüngern in Judäa in Jerusalem und es zog ihn nach Galiläa. Dabei, so steht es geschrieben, musste er durch Samarien reisen. Die gläubigen Juden gingen nicht durch Samarien, wenn sie nach Galiläa wollten, sondern gingen immer einen Umweg um das Gebiet herum. Zwischen den Juden und den Samaritanern herrschte ein ewig langer Glaubenskrieg von anderen Überzeugungen und Traditionen. Geographisch gesehen musste Jesus nicht durch Samarien reisen; er hätte es den Geistlichen Juden nachmachen und das Gebiet umgehen können.
Aber Jesus musste dieser Frau begegnen. Er spürte, da ist irgendwas, was uns auf eine Ebene bringt. Er spürte, dass er Regeln und Traditionen durchbrechen und einer Frau begegnen musste. Jesus hatte ein geistliches „musste“ auf dem Herzen. Obwohl er diese Frau nicht kannte, kannte er sie im Geist; irgendwie passte es zusammen.
So kamen Jesus und seine Jünger in die Nähe von Sychar, einer Stadt in Samarien. Vor der Stadt schickte Jesus seine Jünger zum Einkaufen von Lebensmitteln. Jesus wollte sich alleine an den Brunnen setzen, mitten am Tag in der Mittagshitze bei den heißesten Temperaturen. Jesus spürte diese Frau, die sich mit ihren Wasserkrügen zum Brunnen quälte. Zu der Zeit war es sehr untypisch, dass jemand mitten am Tag Wasser aus dem Brunnen holte. Diese Aufgabe wurde früh morgens oder abends erledigt, wenn es kühler war. Aber so nicht bei dieser Frau. Und Jesus wusste, dass es kein Zufall war, dass sie sich dort trafen.
Jesus sprach sie an und bat sie um etwas zu trinken. Die Frau wunderte sich, dass Jesus als Jude sie angesprochen hatte. Woher wusste sie, dass Jesus ein Jude war? War er besonders gekleidet? Hat er besonders gerochen? Hat er einen Dialekt gesprochen? Oder war es diese besondere Aura zwischen den beiden Menschen, die sie etwas hat erahnen lassen? Kennst du das, wenn Jesus dich anspricht, dass sich das anders anfühlt? Spürst du die Treffsicherheit seiner Aussagen in deinem Herzen?
Jesus und die Frau kamen innerhalb von ein paar Sätzen in eine sehr tiefe Beziehung, es ging um intime Themen und es wurde sehr persönlich. Hast du Personen in deinem Leben, mit denen du innerhalb kürzester Zeit über die tiefsten Themen sprechen kannst? Jesus ist auf jeden Fall so eine Person. Jesus geht es ums Herz und daher geht es mit Jesus immer ans „Eingemachte“; an die tiefen Stellen in deinem Herzen und deiner Seele.
Jesus sprach die Schuld der Frau konkret an. Nicht um sie zu verurteilen, sondern um Verborgenes aufzudecken und Wahrheit ans Licht zu bringen. Schuld muss aufgedeckt werden. Schuld darf nicht zugedeckt bleiben. Aber Jesus verurteilte sie damit nicht, sondern gab ihr Hoffnung und Vergebung. Wir müssen unsere Schuld nicht zudecken, sie nicht länger mit rumtragen und uns damit rumquälen. Wir können die Schuld bei Jesus ans Licht bringen und frei davon werden; Ballast abwerfen, leichter durchs Leben gehen. Das war dies eine lebensverändernde Begegnung der Frau, die es ohne Jesus „musste“ nicht gegeben hätte. Jesus geht keinen Umweg, er geht direkt in die Probleme, in die Schuld und in die Hoffnungslosigkeit rein, um dir Freiheit zu ermöglichen. Du musst nur Ja dazu sagen.
Das wünsche ich dir, dass du diese lebensverändernde Begegnung jeden Tag aufs Neue erfährst und suchst. Jesus ist bereits an deinem Zufluchtsort, da, wo gerade kein anderer ist. Jesus wartet auf dich. Sei darin gesegnet.
T. Probsthain

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