Endlich fertig! Es ist ein schönes Gefühl nach getaner Arbeit etwas erledigt und abgeschlossen zu haben. Vor einem Projekt werden Ideen gesammelt und einige davon werden umgesetzt. Andere werden verworfen, weil sie zu aufwändig, zu teuer oder einfach nicht passend sind. Manche Vorstellungen müssen über den Haufen geworfen werden. Der Aufwand soll in einem guten Verhältnis zum Ergebnis stehen. Später stellt man manchmal fest, dass es doch mehr Zeit gebraucht hat als zuvor angenommen. Jedoch ist es fertig und Zufriedenheit ist spürbar. Eine weitere Aufgabe ist erledigt uns kann von der ‚To do-Liste‘ gestrichen werden. Fertig! Manche Aufgaben erzeugen jedoch kein wohliges Gefühl, weil sie vielleicht schon so lange aufgeschoben wurden. Es gab vielleicht Gründe sie aufzuschieben. Es hat keine Freude gemacht und doch war es notwendig. Wenn etwas notwendig ist, dann kann, wie das Wort es schon sagt, eine Not der Grund sein. Eine Not, die vielleicht schon lange anhielt oder lange ausgehalten werden musste.
Die Welt litt seit Beginn der Menschheit an einer Not. An Ostern feiern wir das Ende dieser Not. Eine Not, die, wie ein schweres Gewicht an der Menschheit angekettet war. Eine Last, die nicht selbständig bewegt oder gar entfernt werden konnte. Eine Not, die die Freiheit und die Freude am Leben einschränkte. Eine lange Zeit gab es diese Not. Das Ende dieser Zeit wurde mehrfach angekündigt. Viele Menschen warteten und hofften diesem Ende entgegen. Wann passiert endlich etwas? Wann hat die Not ein Ende? Das Ende kam anders als die meisten Menschen es erwartet hatten. Kurz gesagt: Der Erlöser kam, machte alles anders als erwartet und endete am Kreuz. War es das wert? Hat es sich gelohnt? Jeder darf diese Frage für sich beantworten. Zumindest warst DU es Jesus wert, dass er ans Kreuz ging. ‚Ans Kreuz ging‘ ist eine Formulierung, die danach klingt, als ob Jesus sich selbst ans Kreuz gehängt hätte. Als ob er mit Leichtigkeit und ohne Anstrengung das eben mal erledigt hätte. Das tat er natürlich nicht. Es war sein schwerster Weg, der ihn alles gekostet hat. Kurz vor seiner Verhaftung rang er im Gebet mit seinem Vater um die Vollendung des großen Plans. Was ihm bevorstand war so kraftraubend und demütigend. Es würde ihm das Leben kosten. Er ließ es zu. Seinen Gegnern machte er es nicht schwer. Er wehrte sich nicht. Er bettelte nicht um Gnade, sondern ertrug alles bis zum Ende. Er trug selbst sein Kreuz, das für ihn vorgesehene Hinrichtungsinstrument. Er wurde geschlagen, verhöhnt und verlacht. Das gehörte alles zum Plan. Was für ein schrecklicher Plan?!
Und doch hat er es durchgezogen. Wie groß war die Versuchung einfach hinzuschmeißen und abzuhauen. Das war doch viel zu viel. Wer sollte das aushalten können?
Vom kleinsten bis zum größten Schmerz hat er alles getragen. Er kann mit allen mitfühlen, die Schmerz erfahren. Von allen verlassen, die ihm nahestanden. Allein! Niemand half ihm. Niemand setzte sich für ihn ein oder nahm ihn in Schutz. Ganz und gar ausgeliefert. Er war zu bemitleiden. Und doch war da eine Kraft, die unzerstörbar schien. Diese Liebe und der Blick zu den Menschen waren nicht von dieser Welt. In den letzten Stunden vor seinem Tod hatte er noch den Blick für seine Mitmenschen. Einem anderen Gekreuzigten versprach der das Paradies. Seine Mutter gab er in die Obhut eines seiner Jünger. Und das tat er vom Kreuz aus. Musste das sein? Ja, es war die richtige Zeit und der richtige Ort.
Jesus war am Ziel des großen Plans. In dem größten Schmerz führte er uns mit seinem Tod in die Freiheit. Die Freiheit von den Ketten und der Not, die so lange schon die Menschen niederdrückte. Die Tür zu Gott war geöffnet und für jedermann zugänglich. Das Ziel ist erreicht. Es ist geschafft. Es ist vollbracht!
V. Goosen
